Archiv für den Monat: Juni 2017

Borussia Dortmund: Endlich wieder Ruhe

Es sieht so aus, als kehre beim Borussia Dortmund nach den auftregenden Tagen rund um den DFB-Pokalsieg und die Entlassung von Trainer Thomas Tuchel wieder ein wenig Ruhe ein.

Mit Peter Bosz haben die Verantwortlichen schneller als erartet einen neuen Coach für das Team präsentiert. Der bisher bei Ajax Amsterdam tätige Bosz kann sich beim BVB europaweit einen Namen machen, wenn er denn erfolgreich Fußball spielen läßt. Er macht einen sehr engagierten Eindruck und ein Angsthase scheint er auch nicht zu sein. Bosz‘ Fußball ist offensiv und aggressiv. Da können sich die Fans schon auf die neue Spielzeit freuen.

Vier Transfers sind perfekt gemacht, die Namen Toprak Dahoud, Phillipp und Zagadou sind bekannt. Es werden mit einiger Sicherheit nicht die letzten sein. Aber auch hier ist es momentan verdächtig ruhig. Endlich mal keine Dauergerüchte um die diversen Akteure.

Momentan liest man, dass es Emre Mor erlaubt ist, mit anderen Klubs zu sprechen. Bedeutung ist klar: Mor ist mit seinem jahr bei der Borussia höchst unzufrieden. Welche Rolle der neue Trainer für ihn hätte, ist momentan nicht bekannt. Diese Personalie wird nach der Rückkehr Mors von der türkischen Nationalmannschaft sicher noch weitergehen.

Verdächtig ruhig ist es um den heiß umworbenen Stürmerstar Pierre-Emerick Aubemeyang. eine Woche ohne jegliche Gerüchte könnten darauf hinweisen, dass er in Dortmund bleibt. Aber Vorsicht: Englische, spanische und auch nach wie vor chinesische Klubs träumen von „Aubas“ Toren.

Zu lang ist noch die Sommerpause und offziell öffnet sich das Transferfenster ja erst noch. Es ist also noch viel Zeit zu überbrücken, bis der BVB sagen kann: unser Kader steht!

Positiv ist sicher, dass Mario Götze im Juli endlich wieder ins Training einsteigen kann. Man darf gespannt sein, wie er sich präsentieren wird und ob er wieder Fuß fassen kann.

Negativ: Marco Reus Ausfall bis Januar/Februar 2018 ist bitter für ihn und seine Fans. Der Ex-Freiburger Phillipp wird beweisen müssen, dass er Reus ersetzen kann. Auch hier gilt: ein 1:1-Ersatz ist hier wohl nicht möglich aber die Spielanlage von Phillipp ähnelt der von Reus doch sehr. Lassen wir uns also überraschen und genießen die Sommerpause in vollen Zügen.

Eine Beruhigungspille gibt es übrigens von Ousmane Dembele. Er erklärte in Frankreich, dass er in Dortmund bleiben wird. Eine klare Aussage, die auch Hoffnung macht in Richtung „Auba“!

Memorandum für „Allianz Smart City Dortmund“ unterzeichnet

 "Smarte" Projekte fördern und Netzwerke der Zukunft erschließen - das hat sich die "Allianz Smart City Dortmund" auf die Fahnen geschrieben. Bereits seit Dezember arbeiten die Stadt Dortmund, die IHK Dortmund, die hiesige Leitstelle Energiewende und der IT-Ausrüster Cisco an der gleichnamigen Akteursplattform. Am 8. Juni gaben sie der Kooperation mit der Unterzeichnung eines Memorandums einen Rahmen.
Die Allianz bietet Unternehmen und Wissenschaft eine Plattform, um gemeinsam Pilotprojekte zu entwickeln und Geschäftsfelder zu erschließen. Konkrete Projekte werden etwa in den Bereichen Energiemanagement, Mobilität und Logistik, Mensch & Demographischer Wandel, IT-Plattformen und Bürgerservices, Städtische Infrastruktur und Sicherheit angestrebt. 65 Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen sind bereits in der "Allianz Smart City Dortmund" aktiv. Ziel ist es, intelligente Syteme und digitale Technologien weiter zu entwickeln.
Ende Juli 2017 soll über die Umsetzung erster Pilotprojekte entschieden werden.
Als "Smart City", als schlaue Stadt, versteht sich ein stadtweites Computer- und Sensornetz für Bürgerdienste, digitale Infrastruktur sowie Komfort- und Sicherheitsfunktionen. 
Infos unter www.dortmund.de

Bundesliga wird zum journalistischen Panoptikum

Die Zeit, in der der Fußball ruht, ist eine tolle Zeit. Fallen den Journalisten schon während der Saison die tollsten Storys ein, dann geht in der Sommerpause der Gaul mit ihnen durch. Wo man hinschaut und was man auch liest: Geschichten, Gerüchte, Gelaber.

Welch ein Druck muss auf den Redakteuren lasten, wenn man sich Tag für Tag Dinge einfallen lässt, die oft an der Wahrheit ein gutes Stück vorbeirauschen.

Nehmen wir einmal das Beispiel „Auba“ von Borussia Dortmund. Es vergeht kein Tag, an dem nicht der Name mit irgendeinem Verein in Europa und China in Verbindung gebracht wird. Es werden Ablösesummen zwischen 60 und 100 Millionen kolportiert und der Spieler selbst soll monatlich eine Million verdienen und auch noch ein bischen mehr.

Michael Zorc, der Sportdirektor des BVB, er dementiert diese Meldungen, denn wahr it bis dato, dass in dieser Personalie definitiv nichts passiert ist, was meldenswert geesen wäre.

In einem solchen Fall nämlich, hätte als erstes der BVB seine Aktionäre verständigen müssen. Und da es bisher keine ad hoc Meldung gegeben hat, liegt offenbar auch kein angebot vor. So läuft es bei „Auba“ und allen anderen BVB-Spielern auch.

Bei anderen Vereinen der Bundesliga muss zwar keine ad hoc Meldung herausgegeben werden, aber auch dort wird gebaggert bis zum Gehtnichtmehr. Wie wär es, auch im Sportjournalismus mal die Füße still zu halten und das zu vermelden, was tatsächlich Sache ist.

Wäre eine klare Linie: Spart den Vereinen viel Arbeit und vermeidet vor allem Irritationen bei den Supporters der Vereine.

Da ist es, um beim Beispiel BVB zu bleiben, doch viel besser, sichere Neuzugänge wie Zagadou, Philipp, Dahoud oder Toprak an die Leser zu bringen. Das ist schon reichlichDiskussionstoff für Büro und Kneipe.

Sportjournalismus verkommt zum Boulevard

„Hosianna“ und „Kreuzigt ihn“ liegen im Fußball sehr eng beieinander. Erst recht, wenn es um Personen geht, die von den Fans geliebt oder eher gehasst werden. Thomas Tuchel, Dortmunds Ex-Trainer, war so ein Liebling. Schließlich hat er mit der Mannschaft den Deutschen Pokal mal wieder nach Dortmund geholt und auch die direkte Qualifikation für die Champions League geschafft.

Dagegen steht eine Person wie Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke eher bei den Aktionären im Fokus, nicht aber bei den Fans. Genau dieser Hans-Joachim Watzke ist jetzt aber nicht nur Zielscheibe von Teilen der Fans, sondern auch der Presse.

Einige Journalisten versuchen sich in der Ächtung der Person Watzke. Und sie versuchen sich gegenseitig zu übertreffen, nachdem dieser den durchaus sportlich erfolgreichen Trainer vor die Tür gesetzt hat. Alle Schuld wird nun bei Watzke abgeladen, ohne zu reflektieren, was denn wirklich hinter diesem ganzen Theater steckt.

Die Fakten, die zur Entlassung des Ex-Mainzers geführt haben, sind den meisten Journalisten gar nicht bekannt. Das Wissen beschränkt sich auf einige wenige Details, mehr nicht. Trotzdem versuchen sich einige „Spitzenkönner“ darin, aus Kaffeesatzlesen ihre täglich abverlangten Storys zu generieren. Das sollte man nicht tun, denn es schadet dem Ansehen des Sportjournalismus. Das hat schon genug Schaden genommen, weil man den Sportjournalisten vorwerfen kann, in der Hauptsache Spekulations- und Sensationsjournalismus zu produzieren, wobei der Sport selbst insgesamt nur schlecht wegkommt. Sportjournalismus verkommt zum Boulevard! Schade, dass diese Entwicklung sich immer mehr durchgesetzt hat. Den wahren Sportfreunden geht das ganz schön an den Nerv.

Gibt es nichts mehr über gewonnene oder verlorene Spiele zu berichten, werden die kleinen Skandälchen hochgekocht, Ablösesummen in die Höhe getrieben und es wird spekuliert: geht er oder bleibt er? Kommt er oder kommt er nicht? Transfergerüchte – ganz schrecklich! Fährt er in Urlaub und wohin und mit wem? Und das liest und hört und sieht man jetzt wochenlang in den Gazetten, dem Hörfunk oder im TV. Tolle Aussichten! Da freut man sich doch schon wieder auf das erste Spiel der Saison 2017/18, oder?