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Der Westen hängt hinten dran… (Erkenntnisse nach einem MeckPomm-Urlaub)

Mecklenburg-Vorpommern, früher wohl mal hauptsächlich landwirtschaftlich und seemännisch unterwegs. Anreiz für uns, hier zum zweiten Mal unseren Urlaub zu buchen. Nicht zuletzt wegen einer tollen Ostsee, netten Menschen und guten Bedingungen für Radfahrer.

Schon beim ersten Besuch vor einigen Jahren fiel der schroffe Unterschied zwischen aufgemotzten Altstädten (Wismar, Schwerin, Stralsund zu den Leerständen und Bauruinen außerhalb der Städte auf. Es wurde offensichtlich, wo Wessis sich hereingekauft und Geld gelassen hatten. Sehr zum Vorteil dieser Region.

Nicht zuletzt hat ja die noch heute bestehende „Nothilfe Ost“, der Solidaritätszuschlag ein Übriges getan. Wo öffentliche Mittel benötigt wurden, wurde es auch ausgegeben. Beispiel Straßenbau. Die früheren DDR-Straßen sind heute in einem erheblich besseren Zustand als die Straßen des Westens. Mittlerweile wurden die „Stoßdämpferteststrecken“ in die alten Bundesländer „verlegt“. Hier wiederum ist das nötige Geld zur Investition nicht vorhanden.

Die überall angebrachten Hinweise auf die Finanziers von Bauvorhaben aller Art, zeigen, dass in großem Umfang Mittel der Europäischen Union (in die Deutschland ja Haupteinzahler ist) ebenso wie Mittel des Bundes eingeflossen sind. Die Mittel des Bundes sind dann wohl unsere Soli-Beiträge, also Geld, das uns gehört.

In vielerlei Belangen haben sich gegenüber den 90er Jahren nun die Dinge verkehrt. Im Westen sind die Straßen schlecht, im Osten sind sie hervorragend. Im Osten ist die Infrastruktur überstrukturiert, bei uns im Westen wird sie immer schlechter, ohne dass gegengelenkt würde. Im Westen geht die Bausubstanz den Bach runter, im Osten wird gemalt und gestuckt, wie das Zeug hält. Das gilt natürlich für alle neuen Bundesländer.

Frau Merkel schaut, dass ihre alte Heimat im Sinne Helmut Kohls als „blühende Landschaft“(das kann vielerlei bedeuten) erstrahlt, lässt aber zum Beispiel Nordrhein-Westfalen (zumindest die bisherige SPD/Grünen-Regierung) im Stich. Möglicherweise haben Herr  Laschet und Herr Lindner ja jetzt mehr Glück.

Es ist an der Zeit, sich Gedanken über die Wiedervereinigung zu machen. Ein Land, in dem nach fast dreißig Jahren Zusammengehörigkeit immer noch unterschiedliche Löhne und Gehälter gezahlt werden, immer noch unterschiredliche Rentenniveaus bestehen, ist eigentlich nicht ein Land. Unmittelbar nach der Wende waren die Unterschiedeso kraß, das es vor allem junge Leute gen Westen zog.

Die Politik hat es über Jahrzehnte geschafft, die Wiedervereinigung auf vielen Sektoren zu negieren, um finanziell noch Profit daraus zu ziehen. Noch heute zahlen die Wessis einen Solidaritätsbeitrag für die neuen Bundesländer. Fällig wäre mittlerweile wegen der vielen Baustellen in den alten Bundesländern ein Soli in umgekehrter Richtung.

Mit ein bisschen mehr Weitsicht damals 1990 und ein wenig mehr Struktur in den Plänen zur Wiedervereinigung, hätte manches besser laufen können. Historiegeile Politiker haben eine wirkliche Wiedervereinigung auf Augenhöhe nicht abwarten können. Einmal mehr auf Kosten des Volkes.