Es ist eigentlich nicht zu glauben, was Fanauschreitungen vor den Stadiontoren und miese Spruchbanner im Stadion so bewirken können. Wenn sich sogenannte Fans daneben benehmen, müssen das nach Ansicht des DFB alle ausbaden. Stichwort: Kollektivstrafe.
So weit so schlecht! Daß nun aber auch die U23 des BV Borussia ebenfalls unter den Vorkommnissen leiden soll, ist nicht nur unverständlich, sondern auch unverschämt und wettbewerbsverzerrend.
Da wird das Spiel der Regionalliga zwischen Rot-Weiß Oberhausen und der U23 des BVB am Wochenende abgesagt, weil zuviele BVB-Fans anstatt ins Westfalenstadion, das ja für sie gesperrt ist, ins rund 50 Kilometer entfernte Stadion Niederrhein in Oberhausen fahren könnten, um dort die U23 zu unterstützen.
Angeblich ist die Polizei nicht in der Lage das Personal zu stellen, weil ja der türkische Staat am Abend „zu Gast“ ist, um für eine Diktatur zu werben.
Die Spielabsage ist ein ungeheuerlicher Vorgang, der alle BVB-Fans in der Öffentlichkeit diskreditiert. Es ist eine Beleidung der Mannschaft und deren Leistung.
Borussia Dortmund sollte in dieser Beziehung gegenüber dem DFB und dem WFV klar Stellung beziehen. U23 Torhüter Bonmann hat in einem langen Facebook-Post sehr gut aus Spielersicht dargestellt, wie man sich durch die Spielabsage in die Ecke gestellt fühlt, wenn man isoliert wird von der Normalität.
Sein Appell an die Fußballverbandsoberen und an die Öffentlichkeit ist bespielhaft für Fußballer, die sich engagiert für ihren Klub einsetzen. Die Fans sollten dies ebenso tun. Es ist friedlicher und sachlicher Protest gegen die Verunglimpfung aller BVB-Fans dringen erforderlich. Dazu gibt es schon bald gute Gelegenheit am Westfalenstadion, wenn die DFB-Oberen hier in Dortmund auftauchen.
Vielleicht sollten es die BVB-Fans dann künftig, um es dem DFB recht zu machen, Spruchbänder entfalten auf denen steht: „Herzlich Willkommen liebe Gäste-Fans. Aus lauter Sympathie schenkt Euch unsere Mannschaft die Punkte!“
Glückauf!