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Borussia Dortmund: Endlich wieder Ruhe

Es sieht so aus, als kehre beim Borussia Dortmund nach den auftregenden Tagen rund um den DFB-Pokalsieg und die Entlassung von Trainer Thomas Tuchel wieder ein wenig Ruhe ein.

Mit Peter Bosz haben die Verantwortlichen schneller als erartet einen neuen Coach für das Team präsentiert. Der bisher bei Ajax Amsterdam tätige Bosz kann sich beim BVB europaweit einen Namen machen, wenn er denn erfolgreich Fußball spielen läßt. Er macht einen sehr engagierten Eindruck und ein Angsthase scheint er auch nicht zu sein. Bosz‘ Fußball ist offensiv und aggressiv. Da können sich die Fans schon auf die neue Spielzeit freuen.

Vier Transfers sind perfekt gemacht, die Namen Toprak Dahoud, Phillipp und Zagadou sind bekannt. Es werden mit einiger Sicherheit nicht die letzten sein. Aber auch hier ist es momentan verdächtig ruhig. Endlich mal keine Dauergerüchte um die diversen Akteure.

Momentan liest man, dass es Emre Mor erlaubt ist, mit anderen Klubs zu sprechen. Bedeutung ist klar: Mor ist mit seinem jahr bei der Borussia höchst unzufrieden. Welche Rolle der neue Trainer für ihn hätte, ist momentan nicht bekannt. Diese Personalie wird nach der Rückkehr Mors von der türkischen Nationalmannschaft sicher noch weitergehen.

Verdächtig ruhig ist es um den heiß umworbenen Stürmerstar Pierre-Emerick Aubemeyang. eine Woche ohne jegliche Gerüchte könnten darauf hinweisen, dass er in Dortmund bleibt. Aber Vorsicht: Englische, spanische und auch nach wie vor chinesische Klubs träumen von „Aubas“ Toren.

Zu lang ist noch die Sommerpause und offziell öffnet sich das Transferfenster ja erst noch. Es ist also noch viel Zeit zu überbrücken, bis der BVB sagen kann: unser Kader steht!

Positiv ist sicher, dass Mario Götze im Juli endlich wieder ins Training einsteigen kann. Man darf gespannt sein, wie er sich präsentieren wird und ob er wieder Fuß fassen kann.

Negativ: Marco Reus Ausfall bis Januar/Februar 2018 ist bitter für ihn und seine Fans. Der Ex-Freiburger Phillipp wird beweisen müssen, dass er Reus ersetzen kann. Auch hier gilt: ein 1:1-Ersatz ist hier wohl nicht möglich aber die Spielanlage von Phillipp ähnelt der von Reus doch sehr. Lassen wir uns also überraschen und genießen die Sommerpause in vollen Zügen.

Eine Beruhigungspille gibt es übrigens von Ousmane Dembele. Er erklärte in Frankreich, dass er in Dortmund bleiben wird. Eine klare Aussage, die auch Hoffnung macht in Richtung „Auba“!

Sportjournalismus verkommt zum Boulevard

„Hosianna“ und „Kreuzigt ihn“ liegen im Fußball sehr eng beieinander. Erst recht, wenn es um Personen geht, die von den Fans geliebt oder eher gehasst werden. Thomas Tuchel, Dortmunds Ex-Trainer, war so ein Liebling. Schließlich hat er mit der Mannschaft den Deutschen Pokal mal wieder nach Dortmund geholt und auch die direkte Qualifikation für die Champions League geschafft.

Dagegen steht eine Person wie Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke eher bei den Aktionären im Fokus, nicht aber bei den Fans. Genau dieser Hans-Joachim Watzke ist jetzt aber nicht nur Zielscheibe von Teilen der Fans, sondern auch der Presse.

Einige Journalisten versuchen sich in der Ächtung der Person Watzke. Und sie versuchen sich gegenseitig zu übertreffen, nachdem dieser den durchaus sportlich erfolgreichen Trainer vor die Tür gesetzt hat. Alle Schuld wird nun bei Watzke abgeladen, ohne zu reflektieren, was denn wirklich hinter diesem ganzen Theater steckt.

Die Fakten, die zur Entlassung des Ex-Mainzers geführt haben, sind den meisten Journalisten gar nicht bekannt. Das Wissen beschränkt sich auf einige wenige Details, mehr nicht. Trotzdem versuchen sich einige „Spitzenkönner“ darin, aus Kaffeesatzlesen ihre täglich abverlangten Storys zu generieren. Das sollte man nicht tun, denn es schadet dem Ansehen des Sportjournalismus. Das hat schon genug Schaden genommen, weil man den Sportjournalisten vorwerfen kann, in der Hauptsache Spekulations- und Sensationsjournalismus zu produzieren, wobei der Sport selbst insgesamt nur schlecht wegkommt. Sportjournalismus verkommt zum Boulevard! Schade, dass diese Entwicklung sich immer mehr durchgesetzt hat. Den wahren Sportfreunden geht das ganz schön an den Nerv.

Gibt es nichts mehr über gewonnene oder verlorene Spiele zu berichten, werden die kleinen Skandälchen hochgekocht, Ablösesummen in die Höhe getrieben und es wird spekuliert: geht er oder bleibt er? Kommt er oder kommt er nicht? Transfergerüchte – ganz schrecklich! Fährt er in Urlaub und wohin und mit wem? Und das liest und hört und sieht man jetzt wochenlang in den Gazetten, dem Hörfunk oder im TV. Tolle Aussichten! Da freut man sich doch schon wieder auf das erste Spiel der Saison 2017/18, oder?

Nach dem Leipzig-Spiel: Fußball-Dortmund wird isoliert

Es ist eigentlich nicht zu glauben, was Fanauschreitungen vor den Stadiontoren und miese Spruchbanner im Stadion so bewirken können. Wenn sich sogenannte Fans daneben benehmen, müssen das nach Ansicht des DFB alle ausbaden. Stichwort: Kollektivstrafe.

So weit so schlecht! Daß nun aber auch die U23 des BV Borussia ebenfalls unter den Vorkommnissen leiden soll, ist nicht nur unverständlich, sondern auch unverschämt und wettbewerbsverzerrend.

Da wird das Spiel der Regionalliga zwischen Rot-Weiß Oberhausen und der U23 des BVB am Wochenende abgesagt, weil zuviele BVB-Fans anstatt ins Westfalenstadion, das ja für sie gesperrt ist, ins rund 50 Kilometer entfernte Stadion Niederrhein in Oberhausen fahren könnten, um dort die U23 zu unterstützen.

Angeblich ist die Polizei nicht in der Lage das Personal zu stellen, weil ja der türkische Staat am Abend „zu Gast“ ist, um für eine Diktatur zu werben.

Die Spielabsage ist ein ungeheuerlicher Vorgang, der alle BVB-Fans in der Öffentlichkeit diskreditiert. Es ist eine Beleidung der Mannschaft und deren Leistung.

Borussia Dortmund sollte in dieser Beziehung gegenüber dem DFB und dem WFV klar Stellung beziehen. U23 Torhüter Bonmann hat in einem langen Facebook-Post sehr gut aus Spielersicht dargestellt, wie man sich durch die Spielabsage in die Ecke gestellt fühlt, wenn man isoliert wird von der Normalität.

Sein Appell an die Fußballverbandsoberen und an die Öffentlichkeit ist bespielhaft für Fußballer, die sich engagiert für ihren Klub einsetzen. Die Fans sollten dies ebenso tun. Es ist friedlicher und sachlicher Protest gegen die Verunglimpfung aller BVB-Fans dringen erforderlich. Dazu gibt es schon bald gute Gelegenheit am Westfalenstadion, wenn die DFB-Oberen hier in Dortmund auftauchen.

Vielleicht sollten es die BVB-Fans dann künftig, um es dem DFB recht zu machen, Spruchbänder entfalten auf denen steht: „Herzlich Willkommen liebe Gäste-Fans. Aus lauter Sympathie schenkt Euch unsere Mannschaft die Punkte!“

Glückauf!